Umzug die I.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Ob in der Eiseskälte von Sibirien oder der Gluthitze in so mancher Wüste, der Mensch passt sich an. Hin und wieder wird aber auch solch eine Anpassung auf Dauer eher langweilig.
Ergo: Eine Veränderung muss her. Bei Frauen tut’s da meist ein neuer Haarschnitt oder ein Paar neue Schuhe. Männer sind da anspruchsvoller und brauchen auch die räumliche Veränderung.

Lange Rede, kurzer Sinn: Die Butze ist umgezogen. Wir haben den Dreck, diverse Duftnoten und einen schlechten Eindruck zurückgelassen und haben uns ein neues Domizil zuweisen lassen.

Einziger Wehrmutstropfen ist der Verlust der Freiluftzone für gewisse Gespäche in direkter Reichweite. Vorteil ist eine Neuaufteilung der Sitzgelegenheiten. Zu diesem Zweck wurde auch sogleich eine rege Diskussion angezettelt und dabei traten Abgründe zutage.

Der Leser stelle sich eine Gruppe junger dynamischer Mittzwanziger vor, die plötzlich darüber sprechen, wer mit wem kann oder auch nicht. Alles halb so wild denkt sich der Autor, hauptsache ist doch, dass der Unbeliebte aus dem Rücken verschwindet, aber weit gefehlt:

“Kleines oder großes Zimmer?”
“Vier- oder Fünfmann(frau)tische?”
“Männlein und Weiblein getrennt?”
“Du oben, ich unten?”
“Frühstück am Bett?”
“Kaffee mit oder ohne Zucker?”

Und Zwischendurch immer wieder die Fragen des Alltags:

“Wo rauchen wir denn nu?”
“Kann jemand den Lüfter im Männerklo reparieren?”
“Warum hat Knut die Jalousie in’s Bodenlose fallen lassen?”
“Wie mach ich mir jetzt Tee, so ohne Wasserkocher?”
“Warum nur muss ich Roconti immer zuhören?”

Aber ich schweife ab. Die Butze ist jetzt auf zwei verschiedene Räumlichkeiten verteilt, so dass die üblichen konstruktiven Wortwechsel über ein Dosentelefon geführt werden. Nach der Versorgung mit allem Lebenwichtigen wie Kaffee und Kaffeemaschine, haben wir auch alle einen Platz gefunden. McLinkilzn hat das Weite gesucht ( Ich wusste schon immer, dass er meiner Herausforderung nicht gewachsen ist. ), Roconti nervt das Nachbarzimmer und Mandy Fly versucht sich neuerdings in moderner Kunst.

Der Mensch ist halt ein Gewohnheitstier. So what…

1 Kommentar zu “Umzug die I.”

  1. aukschnhossa  am 26. Mai 2009 um 14:05

    Die Lücke, die wir hinterlassen, ersetzt uns vollkommen…

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