Kirchenflieger die nächsten 8 Monate Fußgänger
Ich bin erst am Wochenende dazugekommen, die Zeitungen und damit die Schlagzeilen der letzten Woche grob zu überfliegen. Dabei stach mir ein Artikel über den sogenannten Kirchenflieger von Limbach Oberfrohna ins Auge, der mit Karacho seinen Skoda im Kirchendach “parkte”. Diese Story ging ja Ende Januar durch die Medien. Z. B. bei Welt.de “Die unglaubliche Geschichte eines Autos im Dach“, bei News.de “Göttliche Landung im Kirchendach” oder auch bei Spiegel.de “Auto stürzt nach 35-Meter-Flug in Kirchdach“.
Flug des Kirchenfliegers war hollywoodreif
Sie erinnern sich wage? Der Typ, der - laut Gutachten - mit mind. 140 km/h durch den Ort rauschte (zur Erinnerung: in Deutschland sind innerorts nur 50 km/h erlaubt!), ‘ne Kurve nicht richtig kriegte und dann bedingt durch einen Hügel abhob, um letztlich im Beichtstuhl … sorry, vertippt … im Kirchendachstuhl zu landen …
Ja, dieses Stunt-Meisterwerk glückte dem jungen Mann am 26.01.2009 und brachte sämtliche Stuntmen der Republik aus der Fassung. Das war hollywoodreif! Müssen die Stuntleute doch, um so etwas hinzubekommen, wochenlange penible Vorbereitungen treffen und große Anfahrtsrampen aufbauen - und selbst da möchte sich die Zunft nicht festlegen, dass ein 35 m Flug durch die Luft auf Anhieb klappt. Wer genauere Details nachlesen möchte, der schaue bei der LVZ vorbei: “Stunt-Experte: Auto-Landung in Kirchendach ‘fast unbegreiflich’“.
Stellen Sie sich vor, Sie sind in so einer Situation Ersthelfer und müssen die Polizei/Feuerwehr verständigen. Sie rufen also dort an und sagen: “Ich habe gerade ein Auto ins Kirchendach fliegen gesehen.” Ich glaube, die Person am anderen Ende der Leitung denkt bestimmt zunächst an einen Anruf vom Sinnlos Telefon, oder?
Kirchenflieger kein Überflieger beim Fußball
Jetzt wurde der 23 Jährige per Strafbefehl mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen belegt, was 3 Monatsgehältern entspricht. Außerdem wurde er zu 8 Monaten Fußgängerschaft degradiert. Zeit genug vielleicht, um ein wenig an sich zu arbeiten und zu überlegen, wohin die Reise gehen soll. Fußballspielen sollte der “Kirchenflieger” übrigens auch lassen, denn wie News.de unter Berufung auf die Chemnitzer Morgenpost berichtete (”Auto im Kirchendach : kein Tor und trotzdem ein Volltreffer“), gelang ihm in 29 Spielen nur 1 einziger Treffer. Lottospielen wäre eine Möglichkeit oder vielleicht noch besser: Wie wäre es, mit dem Ablegen des Segelflugscheines?

