Chronik meines Alkoholismus
Ich kam nüchtern auf die Welt,
mit 3 mein erstes Malz bestellt.
Mit 5 den Schnapsschrank aufgekricht,
doch das Zeugs das schmeckte nicht.
So mit etwa 10 1/3 entdeckte ich dann Bier als Mittel,
mir ‘nen schnellen Spaß zu machen, endete mit Brockenlachen.
Vater hatte es verboten,
Onkel mir was angeboten,
Vater nahm es mit Humor,
kam zuweilen nicht mehr vor.
Mit 15 wurd’ ich konfirmiert,
brav pariert und abkassiert.
Trug nen Anzug und nen Schlips
und sie gönnten mir den Schwips.
Heut muss ich die Folgen tragen. Heute kann ich Dir nur sagen: “Besser das zu lassen!”, aber man würd auch was verpassen.
Der Bub könnte gesünder sein,
kam in den Turn- und Sportverein.
Samstags halbstark amüsieren,
Sonntag beim Turnier verlier’n.
Mit anderen flaumbärtigen Lumpen,
Stiefel um die Wette pumpen.
Elend ins Vereinsklo spucken,
Maul abwischen, weiter schlucken.
Kurze Zeit nach dieser Zeit,
machte sich die Sitte breit,
mit Hilfe dicker Daunenjacken
im Supermarkt was einzupacken.
So hatte man noch Geld zum leben
und konnte trotzdem Partys geben.
Niewieder fand ich die Extase
meiner Berentzen-Apfel-Phase.
Heut muss ich die Folgen tragen. Heute kann ich Dir nur sagen: “Besser das zu lassen!”, aber man würd auch was verpassen.
Schule das ging auch vorbei,
fressen, ficken sorgenfrei.
Zimmer noch zuhaus,
besoffen hielt man’s aus.
Dann von Papas Geld studiert,
zur Selbstbelohnung terminiert.
Nach dem absolvierten Abschluß,
dann der absolute Abschuß.
Eines wird mir dabei klar,
dass ich zu reich zum schuften war.
Ich wollte nichts verkaufen,
ich wollte lieber saufen.
Ich hasse es mich anzupassen
und mich anbrüllen zu lassen.
Dafür schlaf ich gerne länger,
das Bequemste war ein Sänger.
Heut muss ich die Folgen tragen. Heute kann ich Dir nur sagen: “Besser das zu lassen!”, aber man würd auch was verpassen.
Quelle: Joint Venture
1 Kommentar zu “Chronik meines Alkoholismus”
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Roconti Greenhill am 17. März 2009 um 13:11
Da fällt mir ein dolles Lied dazu ein von 4 Promille. Ein Auszug:
Nie mehr saufen wie ein Tiger
Nie mehr Hasch und weißen Schnee
Ich werd brav wie ein Messdiener
Und saufe nur noch Tee
Nie mehr quäl ich meine Leber
Ich leb nur noch gesund
Ich ernähr mich nur von Kräutern
Und geh Stunden mit dem Hund
Ich werd mich ändern - Herr Doktor so was kommt jetzt nicht mehr vor
Ich werd mich ändern - die Hand drauf, mein Wort in gottes Ohr
Ich werd mich ändern - länger halten, was ich so oft schon schwor
Ich werd mich ändern - ich werd mich ändern, ich werd mich ändern