Neues Waffengesetz & Verbot der Killerspiele = Unsinn hoch 3
Nach jedem Amoklauf - egal ob Winnenden, Erfurt oder Irgendwo - gehen laute Aufschreie durch die Republik. Zunächst fordern alle, dass das Waffengesetz verschärft werden muss. Die zweite Forderung lautet: Killerspiele gehören verboten!
Die Medien überschwemmen uns mit entsprechenden Schlagzeilen:
- Spiegel.de: Waffenrecht : Drastische Einschränkungen; Bewaffnete Republik Deutschland - Vom lebensgefährlichen Unsinn privater Schusswaffen; Ein Rapkonzert wirkt aggressiver - Jugendamt beim E-Sport
- News.de: Scharf schießen darf kein Spaß sein!; Eltern organisieren sich für schärferes Waffenrecht
-
Zeit.de:
Politik streitet über privaten Waffenbesitz;
Große Koalition will Waffenrecht verschärfen;
Das letzte Spiel
Schauen wir uns mal an, was nach einiger Zeit aus den Forderungen wird.
Das neue Waffengesetz
Man kann die derzeit diskutierten Vorschläge nur als ganz faulen Kompromiss aus der untersten Schublade bezeichnen. Maßnahme 1, die vorgeschlagen wird: Waffenbesitzer sollen kontrolliert werden, ob sie ihre Waffen zu Hause auch ordnungsgemäß lagern. … Zunächst einmal hat nach meiner Auffassung eine Schusswaffe in einem Privathaushalt gar nichts zu suchen. Aus Basta!
Die Sache wird sogar noch witziger: Die Kontrolleure haben kein Recht, sich Zugang zur Wohnung zu verschaffen. D. h. wenn der Kontrolleur dreimal klingelt, darf er weggeschickt werden. “Ey, Du heute keine Bock … Musse erst noch zwei Mensch mit Wumme umlegen … Kannste morge wiederkomme?” Halloho geht’s noch?
Das Verbot von großkalibrigen Schusswaffen ist … gekippt. (siehe Spiegel.de: “Schärferes Waggengesetz steht auf der Kippe“) Die Anhebung der Altersgrenze - also ab wann man mit großkalibrigen Waffen schießen darf - wird von bisher 14 Jahre auf 18 Jahre erhöht. Große Motorräder (Führerscheinklasse A direkt), die auch als großkalibrige Waffen angesehen werden können, darf man dagegen erst ab 25 Jahren fahren.
Das kann man getrost, eine beherzte Umsetzung der Vorschläge der Waffenlobby nennen!
Verbot der Killerspiele
Da unsere Politiker also am Waffengesetz nichts ändern können, verfallen sie in blinden Aktionismus und fordern das Verbot aller Killerspiele! Denn Counterstrike, Call of Duty & Co hat der Teufel ja persönlich erfunden! Das Mantra unserer Politiker ist simpel und somit leicht merkbar: Egoshooter und Games mit viel Gewalt sind etwas ganz, ganz, ganz schlimmes! All das und soetwas ähnliches gehört auf den Index.
Und dann haben sich die Experten aufgemacht und die Spielewelten durchforstet und … siehe da … wen wundert’s?! …sie wurden fündig: Jetzt soll also Paintball verboten werden, weil man damit das Töten simuliert! (siehe News.de: Konfliktsport Paintball)
Gut okay, denken wir diesen Ansatz einmal weiter … Dann wird das ein langer Index der verbotenen Spiele.
- Mensch Ärgere Dich Nicht gehört verboten, weil man ja gezielt andere Menschen - nee Männchen - aus dem Weg räumen muss.
- Moorhuhn gehört verboten, weil dort sinnlos niedliche kleine Vögelchen abgeknallt werden.
- Sven gehört verboten, denn dort wird Massenvergewaltigung verharmlost.
- Das gute alte Völkerball aus dem Schulsport gehört verboten, weil man da ja auch auf Menschen zielt und Kindersoldaten heranzüchtet. (Kinder schießen auf Kinder! Soetwas geht nun wirklich nicht!)
- Schach gehört verboten, denn das ist ja Kriegssimulation par excellence!
- Skat gehört verboten, weil das ein einziges Reizen, Hauen und Stechen ist.
- Fußball gehört verboten, weil beim Schuss auf das Tor auch immer die potentiell latente Gefahr besteht, dass der Torwart durch das Parieren des Schusses verletzt wird.
- …
Was bleibt noch an Spielen übrig? Nichts! Und damit würde die Welt verdammt arm. Ich darf an dieser Stelle zwei große Namen zitieren:
- Zum einen Jaques Costeau “Spielen ist eine Tätigkeit, die man gar nicht ernst genug nehmen kann”
- Und zum anderen Friedrich Schiller “Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.”



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